Naturpark.2021.NRW Wettbewerb - Sachstand

Im Rahmen des Wettbewerbs unter dem Motto „Heimat (er)leben“ wurde der Naturpark Siebengebirge im Dezember 2018 mit dem 3. Platz prämiert. Mit dem Vorhaben „Unser Siebengebirge – Heimat gestern und morgen“ werden drei Teilprojekte umgesetzt, die sich insbesondere mit den Aufgabenfeldern der Umweltbildung, Nachhaltige Regionalentwicklung und Nachhaltiger Tourismus beschäftigen. Der aktuelle Sachstand dieser Projekte soll im Folgenden thematisiert werden:

„Meine Heimat - Kinder schlagen Wurzeln“

Ein erkennbares Defizit des Naturpark Siebengebirge stellt das Fehlen von Angeboten für Kinder dar. Insbesondere dauerhafte und jederzeit erlebbare Umweltbildungsangebote sind nicht vorhanden. Aus diesem Grund ist das Ziel dieses Projekts, zwei Naturerlebnispfade für Familien und Kinder zu etablieren. Diese Pfade sollen unterschiedliche thematische Schwerpunkte haben und im Sinne der Entlastung des Naturschutzgebietes in den nördlichen und östlichen Teilen des Naturparks verortet sein.

Im Zuge des Projekts wurden im Jahr 2019 erste Planungen vorangetrieben, so dass ein Workshop mit verschiedensten Akteuren aus dem Bereich der Umweltbildung den Auftakt darstellte. Im Workshop wurden thematische Ideen und Präferenzen der Teilnehmenden diskutiert und mögliche Wegeverläufe der Erlebnispfade thematisiert. Der Workshop wurde sehr gut angenommen und der Naturpark kann sich darauf aufbauend auf die Kooperation mit verschiedenem Akteuren freuen. Parallel zu dieser Entwicklung schrieb der Naturpark zudem die Planungsleistungen für beide Naturerlebnispfade aus und entschied sich letztendlich für das Planungsbüro „Neisser und Zöller – Kommunikation und Design“. Basierend auf den Ergebnissen des Workshops wurden erste Begehungen getätigt und inhaltliche Konzeptionen erarbeitet. Im Jahr 2020 wurden über weitere Begehungen und inhaltliche Konkretisierungen vier favorisierte Wegeführungen identifiziert. Für die entsprechend festgehaltenen Standorte der Informationselemente wurden aktuell Genehmigungsanfragen gestellt, die von den Eigentümern noch beantwortet werden müssen. Die inhaltliche Konzeption der Pfade wird bis Ende März weiter fortgeschritten sein.

„Heimat im Wandel – Neue Wurzeln auf alten Wegen“

Um auch die Aufgabe der nachhaltigen Regionalentwicklung zu verfolgen, soll dieses Teilprojekt regionale Produkte, Produzenten und Gastronomen in der Region unterstützen un in der Öffentlichkeit weiter profilieren. Resultierend aus vorbereitenden Workshops mit Akteuren des Naturparks hatte sich zudem die Idee konkretisiert, lokale Produzenten und Gewerbetreibende enger zu vernetzen. Dieses Vorhaben empfiehlt auch der Naturparkplan. Das Potential des Naturparks als Koordinator in der Region soll genutzt werden, um Produzenten, Einzelhandel und Konsumenten zusammen zu bringen. Gleichzeitig möchte der Naturpark seine Bekanntheit steigern und Aufmerksamkeit auf dieses relevante Thema lenken. Zu diesem Zweck soll auch ein Wanderweg dienen, der regionale Produktion in den Mittelpunkt des Interesses stellt und die Facetten der Produkte aus dem Siebengebirge veranschaulicht.

Auch im Rahmen dieses Projekts wurde 2019 ein einführender Workshop abgehalten, um verschiedenen Akteure zu informieren und von der Idee des Naturparks zu überzeugen. Die Teilnehmenden waren diesbezüglich sehr angetan und ein reger Austausch fand statt. Nach der Veranstaltung wurde festgehalten, dass regelmäßige Sitzungen sowohl mit dem Naturpark als auch mit regionalen Produzenten und Gastronomen sinnvoll sind und auch in Zukunft stattfinden sollen. Aus diesem Grund findet Mitte 2020 ein zweiter Workshop statt, an dem auch weitere Produzenten und Akteure teilnehmen werden. Im Rahmen dieser Veranstaltung werden mögliche Kooperationen zwischen Naturpark und Produzenten bzw. Gastronomen eruiert und konkretisiert. Mögliche Ziele sind unter anderem: Ein wöchentlicher Markt, eine jährliche Großveranstaltung zu regionalen Produkten und die Etablierung des Naturparks bei der Vermarktung regionaler Produkte. Genauso von Interesse ist aber auch die Organisation einer Veranstaltungsreihe, die verschiedene Angebote von und mit den regionalen Produzenten sowie Gastronomen integriert. Eine Abschlussveranstaltung könnte in diesem Kontext ein „Tag der regionalen Produkte“ sein.

Der oben angesprochene Wanderweg soll parallel zu den oben geschilderten Aktivitäten umgesetzt werden. Die Planungsleistungen wurden dementsprechend 2019 ausgeschrieben und vergeben. Das Planungsbüro „Neisser Zöller – Kommunikation und Design“ erhielt auch hier den Zuschlag. Im Anschluss an Begehungen und damit verbundene Gespräche wurde das Lauterbachtal aufgrund seiner landschaftlichen Schönheit, aber auch der landwirtschaftlichen Nutzung und Anbindung an regionale Produzenten ausgewählt. Bis Ende 2019 entstanden die ersten inhaltlichen Ideen und Konzepte. Aktuell wird auf Standortgenehmigungen gewartet, weiterführende Gespräche finden Ende März statt.

„Heilsame Heimat – Zurück zu den Wurzeln“

Das dritte Teilprojekt des Wettbewerbs zielt darauf ab die qualitative Naherholung im Naturpark zu fördern. Es steht im Kontext einer zunehmend belasteten Gesellschaft, die den Bezug zur heimatlichen Natur und deren erholsame und auch heilsame Wirkung zu verlieren scheint. Erholung wird häufig nur noch als Mittel zum Zweck betrachtet und in möglichst kurzer Zeit sollen die „Akkus wieder aufgeladen“ werden. Eine intensive Auseinandersetzung mit der Natur und der Entspannung spendenden Waldlandschaft bleibt jedoch häufig aus. Dabei hat der Wald als ursprünglicher Lebensraum des Menschen eine nachweisbar positive Wirkung auf die Gesundheit von Körper und Geist. In diesem Sinne soll den Erholungssuchenden die besondere Atmosphäre des Waldes mit allen Sinnen bewusst erlebbar gemacht werden. Ziel ist es, die Qualität der Erholung durch eine Steigerung des Bewusstseins für die umgebende Natur zu fördern. Dies kann beispielsweise schon durch die bewusste Wahl gering frequentierter Wege erreicht werden. Denkbar ist aber auch, auf jahreszeitenspezifische Phänomene im Wald aufmerksam zu machen und Praktiken zu empfehlen, die das Verständnis der Prozesse in einem Wald auf überraschende und erstaunliche Weise spürbar machen. Die Umsetzung dieses Projektes beginnt ab Ende des Jahres 2020.