Naturpark Siebengebirge

Michaelskapelle

Jetzt wieder schützendes Dach für die Michaelskapelle

Auf dem Godesberg 5
53177 Bonn

Jetzt wieder schützendes Dach für die Michaelskapelle


Gut 300 Jahre ist es her, dass Joseph Clemens von Bayern, damals Fürsterzbischof von Köln, den Ritterorden vom Heiligen Michael gründete. Hauskirche für die rheinischen Adelsherren wurde die Michaelskapelle an der Godesburg. Und weil das kulturhistorische Kleinod mit seiner einzigartigen Stuckausstattung zahlreiche Kriege unversehrt überstanden hat, gilt es heute als besonders schützenswertes Zeugnis des Hochbarock. Doch der bauliche Zustand, stellten Denkmalfreunde schon vor Jahren fest, „ist bei weitem nicht so gut, wie es vielleicht auf den ersten Blick erscheinen mag“ – mehr noch: Die Kapelle sei „regelrecht vom Verfall bedroht“. Ein schadhaftes Dach und von unten aufsteigende Feuchtigkeit hatten ihre Spuren hinterlassen, die inzwischen brüchigen Stuckornamente drohten herabzufallen.


Eine frohe Botschaft erreichte den rührigen Förderverein allerdings im Sommer 2012: Ein Sonderprogramm des Bundes ermöglichte endlich die Dachsanierung, rund 450 000 Euro teuer. Nach Abschluss dieser Arbeiten soll für einen ähnlich gewichtigen Betrag das Innere des Sakralbaus restauriert werden, darunter Stuckarbeiten von Giovanni Pietro Castelli und Fresken von Johann Schießel. Erst in diesem Jahr entdeckte die Kunsthistorikerin Vanessa Krohn, dass einige Arbeiten, wie etwa die Figuren am Hochaltar, deren Herkunft bislang ungeklärt war, wohl dem Niederländer Robert Verburg zuzuschreiben sind.


Das heutige Gebäude soll um die Mitte des 17. Jahrhunderts entstanden sein und wurde 1660 dem Heiligen Michael geweiht. „Gewiss ist“, schreibt Stadtarchivar Norbert Schloßmacher in seinem Buch „Michaelskapelle und Marienkirche in Bonn-Bad Godesberg“ aus dem Jahr 2000, „dass die gesamte, bis heute weitgehend unveränderte Innenausstattung 1697 komplett von Joseph Clemens in Auftrag gegeben worden ist.“ Das Kirchlein diente dann als Oratorium des Michaelsordens und als Wallfahrtsort der (ebenfalls vom Erzbischof gegründeten) „Bruderschaft des Heiligen Erzengels und Himmelsfürsten Michael“. 1805 wurde die Michaelskapelle zur Pfarrkirche erhoben, die Godesberger nutzten sie über viele Jahrzehnte für ihre Gottesdienste. Inzwischen ist sie ein beliebter Andachtsort, seit 1982 steht sie unter Denkmalschutz.



Außenansicht

(Bilder: Ulrich Fenselau)

Öffnungszeiten

Mai-Oktober , 09:00-18:00 Uhr