Naturpark Siebengebirge

Ehemaliges Botschafts- und Residenzenviertel und Gästehaus Petersberg

Rheinstraße 45-49
53179 Bonn

Botschafterviertel und Grandhotel Petersberg

Die 250 Quadratmeter große Präsidentensuite und weitere zehn luxuriöse Zimmerfluchten schmücken noch immer Leihgaben der Bundesländer: kostbare Gemälde und Antiquitäten, die schon Nelson Mandela und Queen Elizabeth mehr oder weniger bestaunt haben. Seit 1990 betreibt die Hotelkette Steigenberger die Luxusherberge auf dem Petersberg bei Bonn.

Hundert Jahre zuvor hatte 4711-Parfümfabrikant Ferdinand Mülhens den Prachtbau errichten lassen, dessen Fenster, wie das Haus der Geschichte geradezu schwärmerisch vermerkt, „einen atemberaubenden Blick über Siebengebirge und Rheintallandschaft eröffneten“. Mehrfach umgebaut und erweitert, zwischendurch als Lazarett genutzt und nach dem Zweiten Weltkrieg zunächst von US-Truppen beschlagnahmt, erlangte das Haus im Herbst 1949 seine geschichtsträchtige Bedeutung, als Kanzler Konrad Adenauer dort mit der Alliierten Hohen Kommission das Petersberger Abkommen aushandelte. Das brachte der Bundesregierung mehr Rechte, lockerte das Besatzungsstatut „und leitete die Eingliederung der Bundesrepublik Deutschland in die westlich-atlantische Staatengemeinschaft ein“ (Quelle: Haus der Geschichte).

Mit dem sogenannten Deutschlandvertrag, der das Besatzungsstatut ablöste, zog sich die Alliierte Hohe Kommission vom Petersberg zurück: Im April 1954 öffnete das Hotel wieder seine Pforten. Bei Staatsbesuchen mietete es die Bundesregierung an (bis 1973), erster offizieller Gast war im November 1954 Kaiser Haile Selassie von Äthiopien. Nach dem Besuch von Leonid Breschnew schloss der Hotelbetrieb 1973 für längere Zeit. Fünf Jahre später erwarb die Bundesregierung das Fünf-Sterne-Domizil, ab 1985 wurde es für rund 70 Millionen Euro ausgiebig modernisiert und 1990 wieder eröffnet. Seitdem war unter anderem US-Präsident Bill Clinton zu Gast, Michael Schumacher ehelichte dort seine Corinna und auch bei den Afghanistan-Konferenzen 2001, 2002 und 2011 stand der Petersberg im Mittelpunkt des Weltinteresses.

Bad Godesberg als Sitz zahlreicher diplomatischer Vertretungen und das internationale
Renommée des Rheinhotels Dreesen machten dieses Hotel auch zu einem Treffpunkt für Politiker aus aller Welt: Valérie Giscard d' Estaing und Francois Mitterand (Frankreich), Amintore Fanfani und der später ermordete Ministerpräsident Aldo Moro (Italien) wussten die einzigartige Atmosphäre ebenso zu schätzen wie Bruno Kreisky (Österreich), König Feisal von Saudi-Arabien, UN-Generalsekretär Pérez de Cuellar, Andreas Papandreou (Griechenland) und die heutige Königin von Schweden, Silvia Sommerlath.
Diverse Treffen zwischen hochrangigen Persönlichkeiten der Bundesrepublik und Frankreichs - an ihrer Spitze Robert Schuman, Jean Monnet und Konrad Adenauer - zur Vorbereitung des deutsch-französischen Freundschaftsvertrages wurden im Hotel Dreesen abgehalten, ebenso eine Reihe von Konferenzen mit deutschen und amerikanischen Politikern.



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(Bilder: Tourismus & Congress GmbH, Presseamt der Bundesstadt Bonn, Presseamt der Bundesstadt Bonn, Presseamt der Bundesstadt Bonn)