Naturpark-Entdeckertage im Naturpark Siebengebirge

Naturpark-Entdeckertage mit der Klassenstufe 1 der Löwenburgschule in Bad Honnef am 02. und am 10.12.2019

Durch einen mit dem Naturpark Siebengebirge kooperierenden Gaststättenbetreiber, dessen Tochter im Sommer 2019 in die 1. Klasse der Löwenburgschule in Bad Honnef eingeschult wurde, wurde der Kontakt zum Schulleiter der Löwenburgschule hergestellt. Dieser zeigte sich sehr begeistert vom geplanten Programm des Naturpark-Entdeckertags im Siebengebirge und stellte den Kontakt zu den beiden Lehrerinnen Frau Bauer und Frau Adler her.

Gemeinsam mit Frau Bauer und Frau Adler haben wir die Termine abgesprochen und das Programm erarbeitet.

Gespannt warteten 26 Kinder der Klasse 1b der Löwenburgschule am 02.12.2019 bei frostigen 1 °C darauf, ihren Naturpark-Entdeckertag ins Annatal zu unternehmen. Um Punkt 8:30 Uhr wurden die Kinder von den beiden Umweltpädagoginnen Christiane Guth und Ingrid Küsgens begrüßt. Erfreulicherweise hatten sich außerdem auch zwei Mütter bereiterklärt, die Gruppe zu begleiten.

Bevor es losging, durften die Kinder zunächst die von Naturpark-Seite neu angeschafften Naturpark-Entdeckerwesten überziehen und die zugehörigen Forscherutensilien (Becherlupe, Bestimmungshilfe etc.) darin verstauen.

Schon unterwegs, als die Gruppe noch gar nicht richtig im Wald war, gab es Interessantes zu entdecken. Die Kinder waren schon jetzt mit Feuereifer dabei. Am Möschbach entdeckten sie weißlichen Schaum auf dem Wasser und spekulierten, was da wohl passiert sein könnte. War das etwa Seife oder Waschpulver, die irgendjemand illegal hineingegeben hatte? Christiane Guth klärte auf, dass es sich hier um im Wasser befindliche Eiweiße handelt, die durch die Verwirbelung des Wassers wie Eischnee aufgeschäumt werden.

Im Wald angekommen, wurden die jungen Forscher zunächst mit den Waldregeln vertraut gemacht; schließlich befanden wir uns mitten im Naturschutzgebiet. Anschließend widmeten sie sich der Frage, wo sich wohl die Tiere im Wald im Winter aufhalten und was sie dort tun. Die Möglichkeit, dass sie sich im dichten Unterholz aufhalten, wurde schnell verworfen, hatten doch sämtliche Bäume ihre Blätter verloren und boten keinen Sichtschutz mehr. Mit viel Phantasie und guten Ideen kamen sie nach und nach dem Rätsel auf die Spur: im tiefen Nadelwald!

Aber auch an Spiel und Spaß sollte es bei der Tour natürlich nicht fehlen! Die Kinder wurden in Eichhörnchen verwandelt, die im Herbst - zu Beginn der Tour - ihre Vorräte (Walnüsse) im Wald versteckten, um sie dann im Winter, gegen Ende des Entdeckertags, wiederzufinden. Dies war kein leichtes Unterfangen, da doch das ein oder andere Eichhörnchen sein Versteck zwischenzeitlich wieder vergessen hatte.

Am 10.12. startete dann der Naturpark-Entdeckertag der Klasse 1a von Frau Adler bei sonnigem Winterwetter, aber ebenfalls frostigen 2 °C. Diesmal waren die Umweltpädagogen Marion Kampler und Michael Treppesch gefragt, den Kindern die Vorgänge in der Natur nahezubringen, dabei aber ebenfalls den Spaß und das Spiel nicht außer Acht zu lassen.

Im Wald angekommen, beschäftigten sich auch diese Schülerinnen und Schüler mit der Frage, was wohl die einzelnen Waldtiere im Winter machen. Welche Tiere ziehen weiter in den Süden, welche Tiere halten Winterruhe, welche Winterschlaf, und welche Tiere bleiben einfach den ganzen Winter hindurch wach? An verschiedenen- in einiger Entfernung zu einander stehenden –Bäumen wurden Symbole für die unterschiedlichen Überwinterungsmöglichkeiten befestigt (Flucht in den Süden, Winterruhe, Winterschlaf, Winterstarre oder nichts von alldem). Anschließend wurden nacheinander verschiedene Tiere aufgerufen, die Kinder mussten sich entscheiden, wie das Tier wohl den Winter verbringt und zum jeweiligen Symbol laufen. Bei Reh und Wildschwein war das noch ganz einfach, aber schon bei der Biene, beim Eichhörnchen und beim Dachs wurde es dann deutlich schwerer.

Später durften die Kinder auf einer kleinen Lichtung zunächst verschiedene Blätter und Früchte von umstehenden Bäumen sammeln und zu bestimmen versuchen. Dabei kam schnell die Frage auf, warum Bäume überhaupt ihre Blätter abwerfen, und warum das nicht alle Bäume tun.

Anschließend wurden auch sie in kleine Eichhörnchen verwandelt. Sie bauten gemeinsam aus umherliegenden Stöcken einen Kobel, in dem sie hinterher Winterruhe halten sollten. Zunächst allerdings ging es auch für sie darum, Vorräte – in diesem Fall je 10 Erdnüsse – zu verstecken, die später, immer nach dem Aufwachen aus der Winterruhe, wiedergefunden werden mussten.

Der Entdeckertag hat allen Beteiligten viel Spaß gemacht, und sogar die Erwachsenen konnten zwischenzeitlich doch noch das ein oder andere bis dato Unbekannte mitnehmen.