Geschichte

Bereits in der Bronzezeit lebten Menschen als Jäger und Sammler im Siebengebirge. Später waren es unter anderem die Römer, die im 1. Jahrhundert nach Christus Steinbrüche errichteten, um die Umsetzung verschiedener Bauten zu gewährleisten. In der Folge wurde die Region regelmäßig für den Abbau von Gesteinen genutzt; am Kölner Dom wurde ab 1248 Trachyt aus dem Siebengebirge verbaut und Zisterziensermönche aus der Abtei Heisterbach nutzten Latitsteinbrüche aus der Region, um Klostergebäude und Abteikirche fertigzustellen. So entstanden im Verlauf der Jahre etliche Steinbrüche, die das Gebirge immer weiter zerstörten.

Da das Siebengebirge, als gesamter Naturraum, durch den Abbau von Gestein mehr und mehr in Gefahr geriet, und dies den Unmut vieler Bürger auf sich zog, veranlasste die preußische Regierung 1836 gegen eine Entschädigungszahlung von 10.000 Talern die Enteignung des Drachenfelsgipfels, um diesen künftig unter Schutz zu stellen. 1869 gründete sich zudem der Verschönerungsverein für das Siebengebirge (VVS), um das Siebengebirge auf noch breiterer Basis vor der Zerstörung zu schützen. Zur Finanzierung organisierte der VVS zwischen 1880 und 1915 unter anderem eine durch den preußischen König genehmigte Lotterie, mit deren Einnahmen der Ankauf von Flächen möglich wurde. Aufgrund dieses bis dahin einzigartigen privaten Engagements sind Drachenfels und Co. noch heute zu bewundern. Ein wichtiger Schritt für den Naturschutz in Deutschland.

Als der Naturschutz 1920 in Deutschland erstmals gesetzlich verankert wurde, stand das Siebengebirge neben der Lüneburger Heide als eines der ersten deutschen Naturschutzgebiete fest. Nachdem Alfred Toepfer in seinem Vortrag "Naturschutzparke - eine Forderung unserer Zeit" am 6. Juni 1956 ein Programm von mindestens fünfundzwanzig Naturparken als Vorschlag vorstellte, wurde das Siebengebirge 1958 zudem als erster Naturpark in Nordrhein-Westfalen ausgewiesen. Von 1986 bis 2017 wurde der Naturpark offiziell ehrenamtlich durch den VVS geleitet. 2007 wurde die ursprünglich 4.800 ha große Fläche des Naturparks auf 11.200 ha erweitert und gliederte so die umliegenden Natur- und Landschaftsschutzgebiete mit ein, so dass nun eine zusammenhängende Schutzgebietskulisse besteht.

In Folge der Erweiterung des Naturparks wuchsen die Aufgaben der Naturparkverwaltung stetig an und überstiegen die Kapazitäten des ehrenamtlich geführten VVS. Die Trägerschaft des Naturparks wurde in diesem Kontext überdacht, und ein Naturparkplan sollte die der Situation entsprechenden Maßnahmen herausstellen. Mittels der Ermittlung von Stärken und Schwächen des Naturparks sowie der Formulierung von Leitbildern wurde die neue Zielrichtung des Naturparks bestimmt. Schnell kam man zu dem Schluss, eine Veränderung in Gang setzen zu wollen, bei der ein professionelles Trägermodell im Mittelpunkt des Interesses stand. Nach Verhandlungen zwischen den teilhabenden Städten, dem Rhein-Sieg-Kreis und dem VVS konnte im September 2017 die Trägerschaft in diesem Sinne an den Rhein-Sieg-Kreis abgegeben werden.

Die neu gegründete Geschäftsstelle sitzt für die erste Zeit in Räumlichkeiten des Kreises, soll aber dauerhaft wieder im Naturpark Siebengebirge ansässig sein. Das Vorstandsgremium des Naturparks ist eine sogenannte Naturparkversammlung, der Vertreter der beteiligten Städte, des VVS und des Rhein-Sieg-Kreises angehören. Zudem unterstützt ein Fachbeirat die Arbeit der neuen Naturparkverwaltung.