Naturschutz

Voraussetzung für den gesetzlichen Status eines Naturparks ist ein flächenmäßig überwiegender Anteil an Landschafts- oder Naturschutzgebieten. Hierzu zählen nicht nur national festgelegte Schutzgebietsformen sondern auch die Schutzgebiete des europäischen Schutzgebietssystems NATURA 2000 (Flora-Fauna-Habitat- und Vogelschutzgebiete). In Naturparken ist der Anteil der genannten Schutzgebiete in der Regel doppelt so hoch wie im Bundesdurchschnitt. Naturparke können aus diesem Grund das Management und die Betreuung dieser Schutzgebiete übernehmen. Nicht nur verschiedenste Einflüsse aus Land-, Forst- und Wasserwirtschaft, sondern auch der voranschreitende Klimawandel verschärfen diese Aufgabe der Naturparke. In diesem Kontext sind sie als Plattform für die Entwicklung von Biotopverbundsystemen sowie das Umsetzen von Naturschutzziele auf nationaler und europäischer Ebene geeignet.

Durch Schutz-, Pflege- und Entwicklungsmaßnahmen für den Arten- und Biotopschutz sowie durch Unterstützung einer nachhaltige Land-, Forst- und Wasserwirtschaft tragen Naturparke dazu bei, die charakteristischen Kultur- und Naturlandschaften, die sie umfassen, zu sichern.  Wertvolle und prägende Landschaftsbestandteile sollen in Abstimmung und zusammen mit Landnutzern, Landwirten, Waldbesitzern,  Naturschutz- und Landschaftspflegeverbänden sowie den Naturschutzbehörden erhalten und entwickelt werden. Die Bedeutung der Naturparke als Träger von Maßnahmen für die Landschaftspflege und den Naturschutz wird auch durch § 3 Abs. 4 des Bundesnaturschutzgesetz verdeutlicht.

Auch Landschaftsschutz ist ein wichtiger Baustein der Naturparkarbeit. Die Schönheit und der Erlebnis- und Erholungswert der Landschaft für die Menschen sowie der Gesamtwert für die Region stehen, da die regionale Identität der Bevölkerung eng mit der heimischen Landschaft verbunden ist, im Mittelpunkt. Aufgabe der Naturparke ist es dabei z.B. die Zersiedlung und Versiegelung freier Landschaft sowie deren Zerschneidung durch Verkehrswege entgegenzuwirken. Genauso sollen Beeinträchtigungen des Landschaftsbildes, der Erholungseignung, der Arten- und Biotopvielfalt durch die Erweiterung der Infrastruktur für erneuerbare Energien (bspw. Leitungstrassen, Wasserkraft-, Windenergieanlagen, Freiflächenphotovoltaikanlagen) gemindert werden.

Ebenso können Naturparke als stark vernetzte Institutionen sehr gut fachgerechte, aber auch für eine breite Öffentlichkeit verständliche Information über verschiedene Plattformen (Internet, Printmedien, Veranstaltungen) verbreiten und die Affinität gegenüber z.B. empfindlichen Lebensräumen stärken.