Klosterlandschaft Heisterbach- Wege der Kulturlandschaft

 

Teiche & Äcker

Die durch eine Karte von 1804 überlieferten Teiche im Tal des Keltersiefens dienten einerseits der Fischzucht, andererseits der Vorhaltung von Wasser für die Mühlen, die in diesem Tal und im Mühlental betrieben wurden. Die Fischzucht war für die Eigenwirtschaft – der Verzehr von Fleisch war den Mönchen verboten – und den Handel bedeutsam. Das Ackerland vor dem Kloster gehört seit 700 Jahren zu den konstanten Kulturlandschaftselementen der Region. Die zisterziensischen Grundprinzipien „ora et labora“ und „stabilitas loci“ verpflichteten die Mönche zu einem verantwortungsvollen, auf die Zukunft gerichteten Handeln im Einklang mit der den Menschen von Gott anvertrauten Schöpfung. Dies führte u.a. zu einer nachhaltigen, die Bodenfruchtbarkeit erhaltenden Bewirtschaftung nach dem Prinzip der „Dreifelderwirtschaft“.

 

Weg der Steine

Der Stenzelberg war Eigentum des Zisterzienserklosters, das hier seit Beginn des 11. Jahrhunderts Latit für die Errichtung der Abteikirche und der übrigen Klostergebäude in Heisterbach abbaute. Ab 1836 gehörte der größte Teil des Stenzelbergs der Königswinterer Firma Bachem & Cie, die den Steinabbau sehr intensiv betrieb. Nach Ende des Steinabbaus 1931 entwickelte sich die Felsenlandschaft zu einem wichtigen Lebensraum für Pflanzen und Tiere.

 

Herrenweg

Diesen Weg benutzten die Äbte des Kloster Heisterbach, um zu ihrer Stadtresidenz, dem ehemaligen „Heisterbacher Hof“ in Königswinter zu gelangen. Daher wird er „Herrenweg“ genannt.

 

Mühlen, Wald und Wein

Das Wasser des Heisterbachs und eine avancierte Mühlentechnik (Anlage von Staubecken zur Regulierung der Wassermenge, Kanalisation) beförderten die Mühlenwirtschaft im Mühlental. Die einst zahlreichen, unterschiedlichen Zwecken dienenden Mühlen wurden im Verlauf der Industrialisierung von Dampfmaschinen und elektrischen Maschinen verdrängt. Im Siebengebirge wird nachweislich seit dem 9. Jahrhundert Wein angebaut. Seine Intensivierung und Verbreitung ging wesentlich auf den Einfluss der Klostergemeinschaft der Zisterzienser zurück, die bald zum größten Weinproduzenten der Region wurde.